Landschaftspflege - schonende Zusammenarbeit von Tier und Maschine

 

Winter - das bedeutet neben einer langen Ruhephase der Natur auch die Durchführung von Maßnahmen zur Landschaftspflege. Diese wird vom NABU auf vielen unterschiedlichen Teilflächen im Raum Petersberg umgesetzt. Neben dem allseits bekannten Obstbaumschnitt gehört hierzu auch die Eindämmung von sich natürlich ausbreitenden Hecken, um hier ein Gleichgewicht unterschiedlicher Flächenarten (Wiese, Hecke, Wald usw.) aufrecht zu erhalten. In früher Vergangenheit hatte sich dieses Gleichgewicht selbständig eingestellt, in dem z. B. natürlich lebende Tierherden Heckentriebe durch Abfressen klein hielten. So wurde gleichzeitig das übermäßige Ausbreiten von Hecken begrenzt, während die Tiere durch des Fressen von Rinde ihren Nahrungsbedarf im Winter bedienten. Das Gleichgewicht unterschiedlicher Lebensräume ist notwendig, um die Artenvielfalt unterschiedlichster Tierarten aufrecht zu erhalten. Dies beginnt bereits bei den kleinsten Insekten.

 

Die Ziegenherde des NABU Petersberg erfreut sich daher aktuell besonders an den vielen leckeren Ästen, die abgeknabbert werden dürfen. Eingriffe des Menschen erfolgen hierbei keineswegs planlos, sondern gezielt in einem 3-Jahresrhythmus. Von größeren Heckenabschnitten wird jedes Jahr nur ca. ein Drittel zurückgeschnitten. Hierdurch bleibt stets ausreichend Heckenanteil als Lebensraum erhalten. Bis der letzte Teilabschnitt einer Heckenfläche nach 3 Jahren "auf den Stock gesetzt" (zurückgeschnitten) wird, ist der im ersten Jahr beschnittene Abschnitt bereits wieder ausreichend nachgewachsen.

 

Da diese Maßnahmen auf großem Gebiet notwendig sind und eine einzige Ziegenherde nur einem Teilgebiet gerecht werden kann, wird mit geringem maschinellen Einsatz ergänzt. Die Traktorart und die eingesetzten Maschinen sind so gewählt, dass sie nur geringste Spuren in der Natur hinterlassen. Auf den Einsatz überdimensionierter und rein wirtschaftlich ausgerichteter Landmaschinen wird bewusst verzichtet. Zudem findet die Bearbeitung bei durchgefrorenem Boden statt, um die Spuren im Boden und damit die Beeinflussung des Boden-Lebensraums geringst zu halten.

 

Für den NABU Petersberg, Sascha Engel